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 Urlaub der etwas anderen Art

Ein Reisebericht von

Peter Ziegelwanger












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Tirana

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Albanien

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Urlaub Albanien

Rinas

Land der Sonne
Was machen zwei Piloten,
wenn sie mal eine Woche Urlaub haben ?
Klar, sie setzen sich in´s  Auto und fahren nach Albanien.
Was haben Sie denn gedacht!


Die gratis Touristenkarte von Albanien steht unter dem Titel „Land der Sonne und der Gastfreundschaft“. Und wahrlich, das sind wirklich zwei Hauptvorzüge dieses Landes. Doch auch Regen bietet gewisse Vorteile. Beispielsweise wäscht er den Staub aus den Dunstglocken der Städte. Dafür verwandelt er die Straßen und Gehwege flächendeckend in Schlammlöcher unterschiedlicher Tiefe. Dazu kommt ein innerstädtisch erheblich dichtes Verkehrsaufkommen. Die Verkehrsregeln erinnern durchaus noch an das Faustrecht. Damit bietet Tirana auch dem hartgesottenen, Wien gewöhnten, Autofahrer eine gewisse Herausforderung.


Durchschnittgeschwindigkeit 35 km/h

Ich machte mich mit meinem Kollegen Philipp und meinem Kleinbus samt massiven Stoßdämpfern auf in dies wunderschöne Land. Es galt mit vielen Vorurteilen aufzuräumen. Wie schon gesagt, die Straßen Tiranas sind wirklich schlecht, ganz besonders die Flughafen Zufahrtsstraße. Doch abgesehen davon sind die Hauptverbindungen Albaniens durchaus asphaltiert, manche sogar durchgehend. Die Topographie des Landes macht das Fortkommen leider auch nicht leichter. Auf den kurvenreichen Bergstraßen erreichten wir eine maximale Durchschnittsgeschwindigkeit von 35 km/h.

Doch eilig hat es in Albanien ohnehin keiner, weder die Kellner im Café, noch die Esel auf der Straße. Damit werden auch die Verkehrskontrollen zu einem erfreulichen Erlebnis. Zwar gibt es kaum Radargeräte, Einheimische zahlen trotzdem fast immer bei Polizeisperren. Ausländer werden hingegen immer freundlich mit einem Handschlag begrüßt und mit einem herzlichen „Thank you“ verabschiedet, Strafe haben wir nie und bei keiner Geschwindigkeit gezahlt. Und wenn wir einmal den Weg nicht kannten, so fand sich stets ein uniformierter Freund und Helfer, der uns sprichwörtlich an der Hand nahm und uns zu unserem Ziel führte.


Ohrid See und Butrint Nationalpark

So spulten wir in unserem persönlichen Road Movie täglich viele holprige Stunden zwischen noch mehr Betonbunkern ab. Was wir sahen überraschte uns durchaus positiv. Wir fanden interessante römische Ausgrabungen, tausende Betonbunker und mittelalterliche Burgen mit einem Flugzeug oben drauf (in Gjirokastra).

Ständig wurden von uns falsche Eintrittspreise verlangt. Doch während Touristen in anderen Ländern abgezockt werden, scheinen albanische Billeteure nur ungern Geld von ausländischen Gästen annehmen zu wollen. Scheinbar gilt das als unhöflich. Landschaftlich gesehen umrundeten wir den Ohrid See mit vielen Bunkern, überquerten Berge mit Bunkern, gelangten zum Butrint Nationalpark inklusive Bunker, einen Steinwurf von der griechischen Insel Korfu entfernt.

Von dort ging es entlang der schönen Steilküste mit lauter kleinen Buchten und Bunkern nach Norden. Natürlich besuchten wir auch unser Stadtbüro in Tirana und den Flughafen Rinas, umgeben von Bunkern. Auch im Norden gibt es tolle Burgen in Kruja, Lezha und Shkodra und natürlich auch viele Bunker. Ja, es gibt tatsächlich sehr viele Bunker in Albanien – geschätzte 700.000. Früher als unzerstörbare Befestigungsanlagen gebaut, stehen diese nunmehr als unzerstörbare Hindernisse, Pilzen gleich, in der Landschaft herum. Da sie nicht zu beseitigen sind, haben die Menschen gelernt mit ihnen zu leben. Manche davon sind lustig bunt angemalt. Auch das trägt zum Charme dieses Landes bei.

Bei Muriqani verließen wir wieder Albanien Richtung Montenegro. Wir blickten zurück auf ein Land der Sonne und unglaublichen Gastfreundschaft. Übertroffen wird diese wohl nur mehr durch die Anzahl der Bunker und Schlaglöcher. Mitgenommen haben wir gereifte Erfahrungen und abgefahrene Reifen. Viele Vorurteile konnten wir widerlegen. Albanien ist ein sicheres, freundliches und sehr interessantes Land: eigentlich die perfekte Urlaubsdestination!

P.S.: Herzlichen Dank an die KollegInnen in Tirana und Rinas!





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