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Im ewigen Eis
der
Antarktis


Ein Reisebericht von


Jutta Ebenberger

und

Elisabeth Felderer





Im Zodiacboot
zu den
Landausflügen






Pinguin in der

Paradise Bay







Antarktis Südpol Pinguin
Paradise Bay
Port Lockroy

Antarktis – der Traum eines jeden Weltreisenden wurde für uns wahr

Obwohl wir niemals dachten, dass eines unserer Traumziele tatsächlich eines Tages von uns bereist werden könnte, bekamen wir durch einen Zufall die Möglichkeit, sieben Tage auf einem Luxusschiff, der MS Hanseatic, die Antarktis kennen zu lernen. Wenngleich wir nur einen kleinen Teil des 6. Kontinents sahen, waren die Eindrücke überwältigend und werden für immer unvergesslich bleiben.

Start in Argentinien

Unsere Reise begann in Ushuaia, Argentinien, der südlichsten Stadt der Welt. Die einzige mögliche Reisezeit ist von Anfang November bis Mitte März, im antarktischen Sommer. Die MS Hanseatic hatte Platz für 184 Passagiere, betreut wurden wir von 116 Besatzungsmitgliedern. An Bord gab es jeden erdenklichen Luxus, wie z.B. Fitnesscenter, Whirlpool, Sauna, Bibliothek. Die Kabinen waren ausgestattet mit privater Videothek, privatem Emailzugang und Marmorbad. Von Ushuaia ging es durch die Drake’s Passage in Richtung Antarktis, eigentlich benannt nach Sir Francis Drake, auch bekannt als „Dreckspassage“, da eine Durchquerung immer von Stürmen und bis zu acht Meter hohen Wellen begleitet ist. Eine Tatsache, die vielen Reisenden in sehr unangenehmer Erinnerung bleiben wird. Am dritten Reisetag wurden wir von der Durchsage des Kapitäns geweckt: „Eisberg in Sicht!“ Kurzfristig dachten wir an die Titanic, verwarfen den Gedanken jedoch sofort, als wir den ersten Eisberg sahen – noch dazu mit Buckelwalen im Vordergrund. Wir waren angekommen!

Per Zodiacboot an Land

Im Laufe der nächsten drei Tage wurden wir in zwei bis drei Landgängen pro Tag mit Zodiacbooten an Land gebracht. Schon beim Besuch unserer ersten Forschungsstation erlebten wir eine Überraschung. Es gab eine Kirche, Autos, Strom, eine Bank und ein Postamt, einen Flughafen und sogar Netzempfang für Mobiltelefone. Die Zivilisation hatte das Ende der Welt erreicht – wir konnten es kaum glauben.

Paradise Bay

Am nächsten Tag erlebten wir den Höhepunkt unserer Reise – Paradise Bay. Abgesehen von der Tatsache, dass wir zum ersten Mal antarktisches Festland betraten, war uns auch der Wettergott wohl gesonnen (strahlender Sonnenschein mit 13°C, angeblich der wärmste Tag der Saison). Die Welt erschien uns wie ein Eispalast: blaue Gletscher, verschneite Gebirgsketten, Treibeis im Wasser und jede Menge Pinguine und Seeleoparden, die entweder durchs Wasser tauchten oder auf Eisschollen für unsere Fotos posierten.

Lemaire-Kanal

Einen Tag später hatte sich das Wetter leider extrem verschlechtert. Eine dunkle Wolkendecke und heftiger Wind erwarteten uns, als wir auf die wohl spektakulärste Passage der ganzen Antarktis, den Lemaire-Kanal mit seinen 1000 Meter hohen, beinahe säulenförmigen Bergen und bläulichen Eisabhängen zusteuerten. Der Wind hatte die Eisberge so in den engen Sund gedrückt, dass er ihn wie eine Schranke sperrte. Wir mussten umkehren und uns ein neues Ziel suchen. Dies war ein gutes Beispiel dafür, dass man in der Antarktis immer von den Launen der Natur abhängig ist und Flexibilität beweiseen muss.

Port Lockroy

Port Lockroy war unser nächstes Ziel. Eine Hütte, noch aus Weltkriegszeiten stammend, ist heute ein kleines Museum und nebenbei der südlichste Souvenirladen der Welt. Um die Hütte herum massenweise Eselpinguine mit viel antarktischer Landluft. Am nächsten Tag legten wir an einer verlassenen Walfängerstation an, die 1967 von einem Vulkanausbruch und darauf folgender Schlammlawine zerstört worden war. Die Landschaft auf dieser Vulkaninsel passte gar nicht in die Antarktis. Es gab heiße Quellen und die nutzten einige von uns zu einem Bad. Auf unserem letzten Landgang besuchten wir die argentinische Station Camara auf Halfmoon Island. Sehr zur Freude der etwas einsamen Überwinterungsmannschaft, die uns mit Kaffee und Schokolade bewirtete.

Rückreise

Die zweitägige Rückreise nach Ushuaia wurde uns von einem vierköpfigen Lektorenteam der MS Hanseatic verkürzt. Es gab Vorträge eines Ornithologen, Geologen, Meeresbiologen und Historikers.

Viel zu schnell waren wir wieder auf argentinischem Festland – eine unvergessliche Reise war an ihrem Ende angelangt.


 




Südpol
Antarktis

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