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Hier ist der interessante Reisebericht über Dschibuti von Oliver Haas (Berufspilot)


DSCHIBUTI  -  Am Horn von Afrika

Ein Reisebericht von Oliver Haas

Staub und Wind, Fels und Sand,  zerzauste Akazien, trockene Brunnen

Hitze und Fliegen, Armut und Hunger - Eine Reise nach Dschibuti


 

Dschibuti











Schon vom Flugzeug aus konnte ich erkennen, an welch entlegenen Ort ich gereist war. Gleich nach meiner Ankunft machte ich mich auf, das Land zu erkunden – zumindest die interessanten Teile. Und die halten sich in Grenzen. Dschibuti, das kleine ostafrikanische Land am Eingang zum Roten Meer, erlangte 1977 nach über 100 Jahren französischer Kolonialherrschaft seine Unabhängigkeit. Schon die zarabischen Seefahrer bezeichneten das Land als "Tal des Todes". Tatsächlich könnte man mancherorts annehmen, sich am Ende der Welt zu befinden. Trotzdem oder gerade deswegen hat Dschibuti ein gewisses Flair. Die gleichnamige Hauptstadt ist recht überschaubar mit ihren Geschäften, Restaurants und Supermärkten, in denen es alles gibt, was man auch in Europa bekommt. Allerdings gehört Dschibuti zu den teuersten Orten Afrikas. Da fast alles importiert werden muss, liegt das Preisniveau teilweise über jenem Europas.

Der Hafen von Dschibuti ist groß und zählt zu den Bestausgebauten in ganz Afrika. Der Bahnhof hingegen wirkt sehr verlassen, in seiner Eingangshalle erblickt man tatsächlich außer einigen Ziegen keine Fahrgäste. Eine Erfahrung der besonderen Art ist ein Spaziergang während der Mittagsstunden. Das Stadtzentrum mit seinen alten und zum Teil verfallenen Häusern aus der Kolonialzeit ähnelt zu dieser Zeit einer Geisterstadt. Bei über 30°C schließen fast alle Geschäfte, Lokale und Büros und es ist schwer etwas zum Essen zu bekommen. Dafür trifft man am Straßenrand Einheimische, die sich mit dem sogenannten "Khat", einem Pflanzengewächs aus Äthiopien, das als Aufputschmittel dient, die Zeit vertreiben. Hinzu kommt gelegentlich der Aufruf des Muezzins zum Gebet – ein wahres Erlebnis!

Unweit davon befindet sich der Markt, auf dem es turbulent und farbenfroh zugeht, typisch afrikanisch eben. Angst muss man keine haben, Vorsicht ist aber natürlich immer geboten. Europäer sind im Straßenbild häufig zu sehen. Außerhalb der Stadt bietet sich ein eher ernüchterndes Bild. Armselige Behausungen, zerlumpte Gestalten, bettelnde Kinder, Schmutz und Müll. Doch auch das ist Dschibuti.


Lac Assal


Der Ausflug zum Lac Assal musste anfänglich unterbrochen werden, da plötzlich einsetzender Regen die Straßen unpassierbar machte. Bei strahlendem Sonnenschein erreichte ich schließlich den Salzsee, der 150 m unter dem Meeresspiegel liegt und damit der tiefste Punkt Afrikas ist. Der Weg führte durch menschenleeres Gebiet, vorbei an der "Katakombe des Verderbens", einer Meeresbucht, in deren Mitte die Teufelsinsel emporragt, an der schon viele Schiffe zerschellt sind. Bezeichnenderweise hatte das Taxi, in dem ich unterwegs war, genau dort eine Autopanne. Die Landschaft ist einzigartig, eine Wüste aus Fels und Stein.


Ali Sabieh


Ali Sabieh ist eine kleine Provinzhauptstadt im Süden des Landes, wohin es mich mit dem Bus verschlug. Auf mich wirkte die Stadt eher wie eine trostlose Behausung, in der Schafe und Ziegen kümmerliche Nahrung finden. Einzig die Bahn und ein paar bunt gekleidete Frauen am Markt bringen ein wenig Leben in den einsamen Ort. Es gehört schon Mut dazu, in einen der Überlandbusse zu steigen. Die Fahrzeuge entsprechen in keiner Weise europäischem Standard, sind oft überladen und nicht selten wird man Zeuge lautstarker Auseinandersetzungen mitreisender Fahrgäste. Auf der Rückfahrt gab der Bus den Geist auf und jeder versuchte auf eigene Faust in die Hauptstadt zurückzukommen. Wie hätte es auch anders kommen können?


Nach diesem Erlebnis verzichtete ich auf weitere Ausflüge und verbrachte noch einen Tag auf einer nahe gelegenen Insel zum Tauchen und Entspannen. Nach acht abenteuerlichen und strapaziösen Tagen verließ ich wieder das Land. Drei Dinge braucht man in Dschibuti ganz bestimmt: starke Nerven, viel Geduld und einen guten Magen.



 

Reisebericht


Ali Sabieh



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