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Segeltörn im Mittelmeer ~ ~ ~


                                                                      
Unter Segel…
Segeltörns und junge Menschen mit überschaubaren finanziellen Möglichkeiten verbindet man nicht sofort miteinander. Join-The-Crew ist ein Törnanbieter, der sich auf das Segeln mit jungen Leuten spezialisiert hat. Er macht Törns in Kroatien, Kuba, Griechenland, in der Türkei und in der Karibik. So kitschig es auch klingt, so verbraucht, wie der Ausdruck auch ist: Teilnehmern vermittelt er das Gefühl der Freiheit, zeigt ihnen, wie wenig man braucht, um Glücklich zu sein, hilft die Batterien wieder aufzuladen – und ist dabei trotzdem keine Hippie-Truppe. Der Autor hat es ausprobiert…

Rhodos
Rhodos-City ist wahrscheinlich nicht der Grund, warum man einen Segeltörn bucht. Die Saison ist fast gelaufen und an der Laune der Kiosk- und Restaurantbesitzer merkt man ihnen den langen Sommer an, den sie hinter sich haben. Auch sie sind irgendwie urlaubsreif. In der Altstadt bekommen wir auch nicht mehr, als in den Straßen anderer Urlaubsorte. Angetrunkene Cristiano Ronaldo Wannabes und laut aufgedrehter Eurodance bestimmen das Bild in der sonst so sehenswerten Altstadt. Gut zu wissen, dass die Woche, die vor mir liegt nicht hier stattfinden wird. Der Grund warum es nach Rhodos-City ging, liegt in der Marina der Stadt und heißt Cronos. Eine Oceanstar 51,2 unter der Flagge des Törnveranstalter Join-The-Crew. Mit ihr im Hafen liegen noch die beiden anderen Yachten, die zur Flotte gehören.



Proviant bunkern
Einen Tag nach der Anreise geht es los: Proviant wurde eingekauft, die Knoten mit der Crew durchgegangen und das Schiff erklärt. Beim Frühstück besprechen wir die grobe Route. Alles was wir wissen, ist, dass die Cronos in einer Woche in Fethiye einlaufen soll. Dort wird die nächste Crew auf uns warten. Den Rest der Tour wollen wir, außer einem Zwischenstopp in Marmaris spontan entscheiden. Unter den Mitgliedern der Crew ist niemand über 35. Kein Zufall. Join-The-Crew macht Törns für junge Leute. Die Preise hält man tief und die Kommunikation ist locker. 349 Euro kostet ein einwöchiger Trip. Dominik, Skipper und Geschäftsführer von Join-The-Crew in einer Person, legt besonderen Wert auf die Kommunikation untereinander. Gut, dass die Interessen der Teilnehmer des Törns doch alle recht ähnlich sind. Sie wollen Segeln, Spaß und viel erleben. Konfliktpotenzial ist kaum vorhanden. „Leute, die keine Lust auf etwas Party haben, melden sich bei uns auch gar nicht an“, sagt Dominik.

Sonnenschein und eine leichte Brise
Vor dem Ablegen stehen noch kleine Reparaturen an, während die Crew Wein, Nudeln und den anderen Proviant für die Woche in den Bordkisten verstaut. Die achtköpfige Crew hat auf den 16 Metern am Bord der Cronos genug Platz. Für viele ist es der erste längere Törn und ein bisschen Aufregung ist den Gesichtern, außer dem des Skippers, anzumerken. Die Cronos legt ab und verlässt den Hafen von Rhodos-City. Das Wetter ist immer noch ein Traum. Die Sonne scheint, es ist warm und es weht eine leichte Brise, die uns Richtung Golf von Fethiye weht.






Mann-über-Bord-Manöver
Kaum werden die Mauern der Stadt kleiner, wird ein Mann-über-Bord-Manöver geübt, das beim zweiten Versuch auch ansehnlich gelingt. Nicht zu spät will die Crew eine Bucht für die erste Übernachtung erreichen. Alle wollen noch das warme Mittelmeerwasser genießen. Die Bucht ist schnell gefunden. Es ist immer noch heiß, auch am frühen Abend. Der große Teil der Crew geht baden. Zwei Mitglieder bereiten das Abendessen vor. Teambuilding steht an diesem Abend an. Die meisten hatten bis zum Start des Törns nur im Internet Kontakt zueinander. Bis spät in die Nacht dauern Essen und gemütliches Zusammensein. Die meisten von uns schlafen auf Deck.

Schnorcheln und Klippenspringen
Der nächste Tag beginnt mit einem Sprung ins Wasser. Dann stellen wir fest, dass die Bordbatterie leer ist. Das Decklicht war die ganze Nacht über an und keiner hat es gemerkt. Noch nicht mal für die Ankerwinde reicht noch der Strom. Wir lassen den Motor laufen und die Batterie lädt sich wieder auf. Heute treffen wir die zwei anderen Boote, die zur Join-The-Crew-Flotte gehören. Mehrere Badespots werden angefahren. Wir schnorcheln, springen von Klippen und erreichen am späten Nachmittag Marmaris – die türkische Antwort auf Rhodos-City, nur lauter!

Marmaris
Marmaris, was so viel heißt, wie „vier gehängte Architekten“ hat der Legende nach seinen Namen Sultan Süleyman, dem Prächtigen zu verdanken. Der wollte eine Burg, die so groß ist, dass man sie von Rhodos aus sehen konnte. Heraus kam allerdings eine ziemlich kleine Burg. So klein, dass der Sultan sich ärgerte und dafür seine Architekten dementsprechend zu bestrafen wusste. Von viel alter Architektur ist leider nach einem Erdbeben im Jahr 1958 nicht viel übrig geblieben. Die Burg und die engen Gassen Fuß der Festung sind trotzdem immer noch vorhanden. Die Lage der Stadt, direkt am Wasser zwischen einzelnen Hügeln, ist das schönste an ihr.













 









 


 

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